Blasen- und Beckenbodenschulung

Ergotherapie

Was ist Harninkontinenz?

Wenn es nicht (immer) möglich ist, Zeit und Ort der Harnausscheidung zu kontrollieren, spricht man von Harninkontinenz.
Dieses Symptom wird in unserer Gesellschaft immer noch stark tabuisiert. Es existiert unter anderem noch oft die (falsche) Überzeugung, dass Inkontinenz ein normaler Bestandteil des Alterungsprozesses sei und deswegen eine Behandlung weder notwendig noch Erfolg versprechend ist. Allenfalls bei Kindern und Pflegebedürftigen wird es akzeptiert. Dabei trifft es mittlerweile jede 3. Frau zwischen dem 30 -50 Lebensjahr und jeden 6. Mann ab dem 50 Lebensjahr. Tendenz steigend!

Harninkontinenz entsteht schleichend!

Harninkontinenz entsteht nicht plötzlich, sondern schleichend über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Oft beginnt es mit Harn- oder Stuhlverlust beim Husten / Niesen oder beim Sport. Dieser Prozess verstärkt sich immer weiter. Aus Schamgefühl teilen sich die Betroffenen meistens erst Jahre später dem Arzt oder Therapeuten mit. Die Lebensqualität wird in dieser Zeit stark eingeschränkt durch nachlassende Alltagsaktivitäten, nachlassende soziale Kontakte (bei Älteren besteht die Gefahr der Vereinsamung), weniger körperliche Aktivitäten und Freizeitunternehmungen.
Der Leidensdruck ist nun enorm.

Ursachen der Harninkontinenz

Für Harninkontinenz gibt es vielfältige Ursachen und Risikofaktoren wie z.B.
  • nach Geburten
  • Übergewicht
  • Rückenschmerzen
  • chronischem Husten
  • Verstopfung verbunden mit Pressen beim Stuhlgang
  • Dauerbelastung im Alltag
  • falschem Trink- und Entleerungsverhalten
  • bei Hormonmangel
  • beim Betreiben von unfunktionellem Sport

Welche Formen der Harninkontinenz gibt es?

Die häufigsten Formen der Inkontinenz sind:
  • Stressinkontinenz (35-45%): unfreiwilliger Harnabgang bei plötzlichem Druckanstieg in der Bauchhöhle durch körperliche Belastungen wie Husten, Niesen, Hüpfen, Laufen oder Heben einer Last.
  • Reizblase: häufiger, verstärkter Harndrang mit teilweise schmerzhafter Blasenentleerung und nur geringer Urinmenge, jedoch ohne Inkontinenz.
  • Dranginkontinenz (25-35%): nach gesteigertem Dranggefühl erfolgt unabhängig von körperlicher Belastung ein ungewünschter Harnabgang. Dies ist auch nachts während des Schlafens möglich.
  • Mischformen von Stress- und Dranginkontinenzen
  • Überlaufinkontinenz: die Blase ist ständig prall gefüllt, aber nur kleine Urinmengen gehen tropfenweise in unregelmäßigen Abständen unkontrolliert ab, ohne dass die Blase wirklich entleert wird. Sie tritt auf bei:
  • neurologischen Störungen,
  • Männern mit Prostatavergrößerungen,
  • Frauen mit Blasen- oder Gebärmuttersenkung,
  • bei Personen, die zu lange zwischen den Toilettenbesuchen warten.

Wie die Physiotherapie bei Harninkontinenz hilft.

Das Therapiezentrum Alte Brauerei hat ein spezielles physiotherapeutisches Übungsprogramm entwickelt. Dieses unterscheidet sich gegenüber anderen Therapiekonzepten dadurch, dass wir die Harninkontinenz ganzheitlich behandeln: die Beckenbodenmuskulatur wird nicht (wie so häufig) isoliert betrachtet, sondern als Teilsystem der aufrichtenden Muskulatur in die physiologische Zusammenarbeit der Bauch- Zwerchfell- und Rückenmuskulatur wieder eingegliedert.
Der Erfolg gibt uns Recht: Bei mehr als 90% unserer Patienten führt dieser Weg zu einem dauerhaften Erfolg.
Das Programm ist als wöchentliche Einzeltraining aufgebaut, welches durch ein individuelles Eigenübungsprogramm zu Hause ergänzt wird.
Das Beckenboden-Einzeltraining (inkl. Miktions- und Übungsheft) kostet 21 EUR.
Das Beckenboden-Einzeltraining kann aber auch im Rahmen von Krankengymnastik auf ärztlicher Verordnung (Rezept) erfolgen. Sprechen Sie dazu bitte mit ihrem Arzt.

Termine: Mo-Sa nach Vereinbarung weitere Links zum Thema hier
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